Von der Leyen mit Pfizer-Chef Bourla

Wir wollen sehen, was von der Leyen verbirgt

Die EU-Kommissionschefin muss ihre SMS-Kommunikation mit Pfizer-Chef Bourla vollständig öffentlich machen.

EU-Kommissionschefin von der Leyen setzt offenbar alles daran, dass ihre Handy-Kommunikation mit Pfizer-Chef Albert Bourla nicht ans Licht kommt. Die Kommission stellt sich auf den Standpunkt, dass Kurznachrichten von der Dokumentenerfassung „prinzipiell ausgeschlossen“ seien. Das hat nun auch EU-Ombudsfrau O´Reilly auf den Plan gerufen, die dieses Verhalten scharf kritisiert. Sie spricht von einem „Missstand“ und meinte, die “Erwartungen an die Transparenz- und Verwaltungsstandards der Kommission” seien nicht erfüllt worden.

Spannend ist die Sache allemal: Denn als Folge der SMS zwischen von der Leyen und Bourla wurden im Mai 2021 von der EU 1,8 Milliarden Dosen Pfizer-Impfstoff bestellt. 900 Millionen vom derzeitigen Impfstoff und weitere 900 Millionen eines an Covid-Varianten angepassten Impfstoffs. Nun ist mittlerweile aber Omikron die dominierende Variante. Womit die 900 Millionen des derzeitigen Impfstoffs de facto obsolet sind. Zu wenig Wirksamkeit gegen Omikron und bei Entwicklung eines angepassten Impfstoffs, den Pfizer für März angekündigt hat, nur noch Ladenhüter.

Schon als deutsche Verteidigungsministerin ist von der Leyen ähnlich auffällig geworden. Da wurden die Daten eines ihrer Handys gelöscht, wodurch möglicherweise Beweise in der „Berateraffäre“ verloren gegangen sind. Dabei ging es um Vorwürfe unkorrekter Auftragsvergabe. Die Sache stinkt jedenfalls. Es führt kein Weg daran vorbei: Von der Leyen muss ihre SMS-Kommunikation mit dem Pfizer-Chef vollständig öffentlich machen.

Harald Vilimsky
Harald Vilimsky
Delegationsleiter | Mitglied im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten (AFET) | Stv. Mitglied im Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE)